Drei Fragen an: Alexander Körner, IBM Deutschland

In unserer Rubrik “3 Fragen an…” stellen wir Ihnen bereits im Vorfeld der IT2Industry Sprecher und Themen der Konferenz vor. Am 11. November wird Alexander Körner, IBM Deutschland, im Themenbereich IT & Sensorik einen Vortrag mit dem Titel „Quo vadis Sensordaten? Effiziente Verarbeitung und Auswertung von strukturierten und unstrukturierten Zeitreihendaten“ halten.

Alexander Körner IBM DeutschlandFür den IT2Industry Blog hat Alexander Körner drei Fragen zum industriellen Internet der Dinge beantwortet.

IT2I: Über welche konkreten Ansätze/Beispiele zum Internet der Dinge verfügt Ihr Unternehmen bereits?

AK: „IBM engagiert sich in vielen Bereichen des Internet der Dinge sehr aktiv. Dies geschieht ganz im Sinne von partnerschaftlicher Zusammenarbeit von Maschinenbau und IT in Form von aktiver Mitarbeit in den diversen Gremien (z.B. Plattform Industrie 4.0, dort Leitung der Arbeitsgruppe “Referenzarchitektur“, oder als Gründungsmitglied des Industrial Internet Consortium), aber auch in der konkreten Umsetzung in Form von Kundenprojekten und spezifischen Produkten. Einige Beispiele sind:

  • Vertikale Integration mittels IBM Integration Bus Manufacturing Pack, z.B. für Optimierung von Produktionsanlagen oder für Losgröße 1
  • Sichere und skalierbare Kommunikationsinfrastrukturen (z.B. IBM WebSphere MQTT)
  • Cloud-basierte Internet der Dinge Entwicklungs- und Deployment-Plattformen (z.B. IBM Internet of Things Foundation oder IBM Bluemix)
  • Modelle, Lösungen und Dienstleistungen für die vertikale und horizontale Integration im Bereich der Wertschöpfungsketten
  • Security: Schutz von Produktionsanlagen vor Hackerangriffen, sichere B2B Integration u.a.
  • Big Data und Analytics: Sammeln, Speichern, Filtern, Analysieren, Aggregieren, Visualisieren von großen Mengen von Daten (z.B. Predictive Analysis von Sensordaten zur Vermeidung von Systemausfällen)
  • Entwicklungsplattformen und -leistung für mobile Anwendungen, z.B. für Maschinensteuerung / Produktionsüberwachung per Tablet/Smartphone
  • Innovative Lösungen und Tools für Embedded Systeme (z.B. die Sensordaten-optimierte SQL Datenbank Informix), die auf Maschinen und/oder Fahrzeugen zum Einsatz kommen können

Neben den eigenen Produkten und Lösungen sieht sich die IBM als Partner von Lösungsanbietern und Systemintegratoren, die innovative Lösungen im Bereich Industrie 4.0 und Internet der Dinge realisieren.“

IT2I: Für welche Länder und Regionen kann Industrie 4.0 bzw. Industrial Internet of Things mehr als ein Trend sein – wo liegen die Chancen und warum?

AK: „Der initiale Fokus dieser Themen liegt sicherlich auf den industrialisierten Ländern und Regionen, da dort die erforderlichen Kommunikations- und regulatorischen Infrastrukturen vorhanden sind, die eine schnelle Umsetzung ermöglichen. In der Gesamtbetrachtung wird die Umsetzung aber auch für die Schwellen- und Entwicklungsländer von großer Bedeutung sein, da sie sich zukünftig leichter in die globalen Wertschöpfungsketten einbringen können und damit auch langfristig wirtschaftlich davon profitieren werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, die auch aktiv von der IBM unterstützt wird, dass überwiegend offene Standards z.B. für die Kommunikation zum Einsatz kommen, damit alle interessierten Länder daran partizipieren können.“

IT2I: In welchen Feldern liegen Ihrer Einschätzung nach die Möglichkeiten für Forschung, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft, im Zuge der Vierten Industriellen Revolution zusammenzuarbeiten?

AK: „Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) bringen zwei Bereiche grundlegend zusammen: Maschinenbau / Engineering und Informationstechnik, dort insbesondere die Software. Daraus entstehen neue Möglichkeiten, die heute sicher noch nicht vollständig erkennbar sind – eine große Chance für gemeinsame Forschungsprojekte neue Meilensteine zu erreichen. Es werden durch die Kombination dieser Bereiche neue Berufsbilder entstehen. Ähnlich wie Ende der 1990er der neue Beruf des Mechatronikers entstand wird es Bedarf an Berufen geben, die z.B. die Fähigkeiten der beiden Welten Maschinenbau / Sensorik und Software-Design/-Entwicklung/-Test vereinen. Damit werden neue Möglichkeiten für den Arbeitsmarkt geschaffen. Ebenso wird sich die Arbeitsweise durch Industrie 4.0 und IoT verändern, da es mehr Assistenzsysteme geben wird, die nicht nur inhaltlich komplexe Tätigkeiten unterstützen und intuitiver machen – wie z.B. durch Ubiquitous Computing, mobile Endgeräte, Wearables und M2M – sondern auch körperlich anstrengende Tätigkeiten oder Aufgaben in gefährlichen Bereichen zusammen mit dem Menschen übernehmen können. Der Mensch wird wieder stärker im Mittelpunkt der Produktion stehen. Daraus ergeben sich positive Aspekte für die Gesellschaft wie z.B. Verringerung körperlicher Belastung und damit einhergehender Gesundheitskosten. Die Gesellschaft wird aber auch von neuen Produkten und Dienstleistungen profitieren können, die helfen werden, unseren Alltag angenehmer zu gestalten, Energie und Ressourcen zu sparen (z.B. durch Up-Cycling von Bauteilen deren Lebensgeschichte nachverfolgbar ist) und sicherer und gesünder zu leben (z.B. durch Verringerung von Toten und Verletzen im Straßenverkehr durch Connected Car und autonomes Fahren).“

Über Alexander Körner:

Alexander Körner ist ein ‘Leading Technical Sales Professional’ in der Information Management Organisation der IBM Deutschland GmbH in München. Er hat seit ca. drei Jahren einen besonderen Fokus auf die effiziente Verarbeitung von Sensordaten in Verbindung mit der IBM Informix Datenbank und ist aktuell in den Themengebieten Industrie 4.0 und Internet of Things sehr aktiv. Zu seinen Aktivitäten gehören Beiträge zu mehreren IBM Redbooks und Vorträge auf lokalen und globalen Konferenzen.
Alexander Körner twittert unter @alexkoemuc.

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