Wandel zur Digitalisierung: Industrie 4.0 als Chance für Unternehmen und Gesellschaft

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind im Aufbruch. Einige Branchen, etwa Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK), sowie Banken und Finanzdienstleister, haben sich dabei bereits einen erheblichen Vorsprung erarbeitet, so Ergebnisse der neuen Studie “Digitale Transformation und ihre Auswirkung auf die Führung im Mittelstand” von Intersearch Executive Consultants. Produktion und Fertigungsindustrien, Anlagen- und Maschinenbau müssen nun nachziehen.

Gemäß der Studie, für die insgesamt 400 Top-Manager aus mittelständischen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern online befragt wurden, können sich Unternehmensprozesse künftig stark verändern. Zu den großen Herausforderungen gehörten demzufolge eine beschleunigte interne Kommunikation (für 82 Prozent der Befragten), erhöhter Wissenstransfer (für vier von fünf Befragten) und stärkeres Zusammenspiel der IT mit anderen Abteilungen im Unternehmen (für drei Viertel der Befragten). Demnach ist “digitaler Wandel im Unternehmensalltag vielfach noch nicht angekommen“. Konkreter:

…ist in weniger als einem Viertel der Firmen die Organisationsstruktur bereits so gestaltet, dass Abteilungen wie Produktion oder Marketing eng vernetzt mit der IT zusammenarbeiten können. Bei den Finanzdienstleistern ist der Anteil mit einem Drittel überdurchschnittlich hoch – im produzierenden Gewerbe besonders niedrig (19 Prozent). Aktives Knowledge-Management mithilfe einer IT-gestützten Wissensdatenbank betreiben gerade einmal 17 Prozent. Hier liegen ITK- und Finanzbranche mit jeweils etwa 25 Prozent vorn, Schlusslicht ist auch hier das Produzierende Gewerbe.

Auch branchenübergreifend scheint die digitale Transformation bereits an einigen Stellen ins Stocken zu geraten. So steht die Plattform Industrie 4.0, welche auf Initiative der Bundesregierung hin gemeinsam von BITKOM, VDMA und ZVEI ins Leben gerufen wurde, vor einer Umstrukturierung. Zudem sei das Tempo weiter zu erhöhen, denn den ersten Teil des Spiels sei verloren, man müsse sich “jetzt in der zweiten Halbzeit besser positionieren” (Reinhard Clemens, CEO T-Systems), um im Wettbewerb um die Vorherrschaft bei Industrie 4.0 die Nase vorn zu haben.

Industrielles Internet der Dinge lässt Unternehmen profitieren

Dabei entwickelt sich das Industrielle Internet of Things (IIoT) sich gerade zu einem schnell wachsenden Bereich in Unternehmen der Fertigungsbranche. Definiert als “ein Netzwerk von intelligenten vernetzten Geräten, Maschinen und Objekten”, ermöglicht IIoT Technologie in einem Herstellungsbetrieb, den Arbeitsplatz weiter zu automatisieren und Effizienz zu erhöhen. Doch IIoT ermöglicht Unternehmen nicht nur, allein Produktion und Effizienz zu verbessern, sondern es wird auch ganz neue Produkte und Dienstleistungen – und damit Märkte – schaffen. Schon heute versuchen84 Prozent der IoT-Entwickler, Projekte zu entwickeln, die Industrie-Sensorik, den Bereich Smart Buildings oder die Überwachung des Gesundheitszustands umfassen, so eine aktuelle IoT Developer-Studie von Embarcadero Technologies. So könnten die Hersteller etwa davon profitieren, indem mobile Anwendungen entwickelt werden, die von Sensoren gewonnene Daten nutzen und Entscheidungen und Prozesse unterstützen.

Infographic Software Connects the Internet of Things Embarcadero Technologies

– Quelle / Infografik: Embarcadero Technologies

Dazu prognostiziert Jan Westbarkey, Geschäftsführer Westaflex im Interview:

Wenn man demnächst Software nur noch mietet und nicht mehr kauft (Microsoft, Autodesk), so werden wir uns Fertigungsstraßen auf Bedarf und Zuruf mieten, für Überkapazitäten und Projektgeschäft, weltweit verteilt und Datensatz-normiert. Das ist für mich die vollständige Vernetzung, Digitalisierung und Industrie 4.0.

Petersberger Erklärung zur Transformation der Digitalisierung

IT-Verantwortliche in Unternehmen und Organisationen in Deutschland haben einen Katalog konkreter Handlungsfelder für die weitere Ausgestaltung und Umsetzung der Digitalisierung definiert. Die Dringlichkeit der digitalen Transformation greifen sie in der nun verabschiedeten Petersberger Erklärung auf und appellieren an Wirtschaft und Individuen gleichermaßen, die passenden Schritte zu unternehmen, um nicht langfristig abgehängt zu werden.

– Quelle / Video: Petersberger Gespräche via YouTube

Die Wirtschaft muss die Dinge selber in die Hand nehmen. Die Revolution fällt nicht vom Himmel, sondern wir müssen sie selber gestalten.

– Univ-Prof. Dr. Michael ten Hompel, TU Dortmund und Institutsleiter des Fraunhofer IML

Dabei verweisen sie gleichermaßen auf vorhandene Chancen jedes Einzelnen und für die Industrien, sensibilisieren aber auch hinsichtlich bestehender Risiken bei Datenschutz und Datensicherheit.

Im Zuge einer UdLDigital-Talkshow mit Peter Altmaier, Chef des Kanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben, und Lencke Steiner (ehemals Wischhusen), Bundesvorsitzende „Die Jungen Unternehmer” und kürzlich im Start-up TV-Format “Die Höhle der Löwen” (VOX), fragt der Moderator Cherno Jobatey, Herausgeber HuffingtonPost:

Wie können wir diese sogenannte vierte industrielle Revolution mitgestalten? Sind wir nicht alle in der Pflicht, angesichts der gewaltigen Veränderungen, die am Horizont erscheinen?

Hier die Video-Aufzeichnung des UdL Digital Talk zum Thema „Industrie 4.0 – Wachstumsmotor oder wird die Produktion in Deutschland abgehängt?“ vom 9. Februar 2015:

– Quelle / Video: UDL Digital via YouTube

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