Interview mit Tina Marx, arvato Systems, über Industrial IT Security

Im Rahmen der IT2Industry 2015 wird sich arvato Systems als Aussteller beteiligen. Zu der grundlegenden Industrial IT Security-Thematik “Wie kann ich die Vernetzung meiner Systeme in der Fertigungsindustrie sicher gestalten?” haben wir drei Fragen an Tina Marx, Leitung Sales Manufacturing, arvato Systems, gerichtet.

IT2Industry: Welche Herausforderungen entstehen mit Industrie 4.0 für die Fertigungsindustrie bzgl. Vernetzung und IT-Sicherheit?

Foto Portrait Tina Marx arvato SystemsTina Marx: Moderne Industrieanlagen, oftmals an weltweiten Standorten, werden immer stärker vernetzt. Die übertragenen Datenmengen werden dabei größer und die Daten über Mobilgeräte von überall abgerufen. Der Wettbewerbsdruck nimmt stetig zu und die Produktion muss sich an neue, individuelle Kundenanforderungen anpassen. Wettbewerbsdruck kombiniert mit Individualität birgt neue Risiken – vor allem in Punkto Daten- und Ausfallsicherheit.

Die Anforderungen der Industrie können mit den herkömmlichen IT-Security Konzepten aus der Office-IT nicht abgedeckt werden. Denn eine Produktionskette lebt heute von automatisierten Prozessen und Datenströmen, meist in Echtzeit. Wird der Datenfluss gestört, steht auch die Produktion still. Gerade bei Eindringen von außen in die Production-IT, z. B. durch einen Virus, werden die Abläufe massiv gestört. Zudem wird Industriespionage zu einem immer größeren Thema. Nur mit einer sicheren, authentifizierten Übertragung der Daten innerhalb einer Produktions-IT sind Unternehmen zukunftsfähig. Diese Herausforderung muss schrittweise, aber ganzheitlich und nachhaltig angegangen werden.

IT2Industry: Gibt es in Ihrem Unternehmen bereits Ansätze, die sich mit IT-Security Aspekten in diesem Umfeld befassen?

Logo arvato SystemsTina Marx: Ja, wir befassen uns aktuell mit Lösungsmöglichkeiten, um die Vernetzung der Production-IT in sich, aber auch die mit der Office- oder Logistics-IT von der technischen Seite her abzubilden. Den Fokus legen wir darin derzeit auf das Thema Security, in dem wir das Szenario eines „Trusted Data Ports“ für eine sichere und authentifizierte Datenübertragung gemeinsam mit Partnern aufbauen. Der Austausch der Daten erfolgt in diesem Szenario z. B. über eine Verschlüsselung sowie eine eindeutige Endpunktidentifizierung für sicheren Schutz gegen Missbrauch und unbefugten Zugriff  – eben ein sicherer Hafen für die Produktionsdaten. Neben dem wichtigen Sicherheitsaspekt prüfen wir auch, wie IT genutzt werden kann, um die Produktion weiter zu optimieren, z. B. in der Produktionssteuerung oder in der Betriebs- und Maschinendatenerfassung. Daten aus der Fertigung müssen heutzutage auch in Echtzeit über das Mobilgerät von außen einsehbar sein, hier können wir mit unserer Enterprise Mobility Expertise IT-seitig unterstützen. Auch müssen die Fertiger präzisere Vorhersagen aus Ihren vorhandenen Daten machen können, hier kommt also für uns zusätzlich das Thema Big Data ins Spiel.  Um hierfür von der Industrie zu lernen,  sind wir seit Anfang des Jahres Fördermitglied im Industrie 4.0 Spitzencluster „it’s owl“, in dem ca. 180 Fertigungsunternehmen aus der Region Ostwestfalen-Lippe zusammen verschiedenste Projekte im Umfeld Industrie 4.0 durchführen.

IT2Industry: Was raten Sie produzierenden Unternehmen zum optimalen Einstieg, um den Herausforderungen von Industrie 4.0 von Anfang an bestmöglich zu entgegnen?

Tina Marx: So schwierig es klingt: Es zahlt sich aus, direkt von Beginn an nach einem ganzheitlichen Lösungsansatz für die komplette IT der Organisation zu suchen. Die Nutzung der Skaleneffekte aus der Kombination von Production-IT, Logistic-IT und Office-IT stellen für jedes Fertigungsunternehmen einen immensen Wettbewerbsvorteil dar.

Gerade beim Thema Sicherheit wird deutlich, dass die vielen Schnittstellen innerhalb der Vernetzung eines Fertigungsunternehmens einen durchgängigen Schutz für die gesamte IT benötigen. Wir unterstützen Kunden aus der Fertigungsindustrie z. B. mit einem umfassenden Beratungspaket, in dem wir den Einstieg in das Thema begleiten und eine Handlungsempfehlung aussprechen. Dabei greifen wir auch auf die Expertise des Fraunhofer IFF Instituts zurück, die mit uns speziell zu Industrie 4.0 eine Beratungspartnerschaft eingegangen sind. So kann gemeinsam mit dem Kunden erörtert werden, auf welcher Stufe man gerade steht und wohin man sich entwickeln möchte. Mit diesem Wissensstand kann ein schrittweiser Einstieg in die digitale Produktion gestartet werden, ein wichtiger Baustein ist dabei sicherlich Security. Ein konkretes Beispiel: Wird die Produktion um eine neue Maschine ergänzt,  so führt dies meist jemand durch, der sich in der Produktion gut auskennt und die Maschine optimal in die Fertigung einpasst. IT-Security wird dabei oft erst nachgelagert betrachtet,   die technische Umsetzung und die Installation der Anlage stehen im Vordergrund. Hier sollte aber schon während der Ausschreibung auch auf eine optimale, durchgängige IT-Sicherheit geschaut werden, entweder mit internen Experten oder eben mit einem IT-Berater.

Im Rahmen der IT2Industry 2015 Open Conference spricht Tina Marx am 10. November, 12:30 Uhr, zum Thema “Trusted Data Port – der sichere Hafen für Ihre Produktionsdaten“.

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