Interview Dr. Werner Eberle, INSYS Microelectronics GmbH

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Dr. Werner Eberle

Was sind Vorteile, Chancen und Risiken vernetzter Produktionsanlagen? Darüber spricht Dr. Werner Eberle, Senior Technical Consultant bei INSYS Microelectronics, am Mittwoch, 11. November 2015, bei der IT2Industry Open Conference. Vorab hat er sich mit dem IT2I Blog über Sicherheitskriterien bei M2M-Anwendungen sowie Applikationsbeispiele aus der Praxis unterhalten.

IT2I Blog: Herr Dr. Eberle, in Ihrem Vortrag sprechen Sie über sichere Fernanbindungen von Anlagen. Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass sich gerade der Mittelstand beim Thema Fernwartung noch zurückhaltend verhält?

Dr. Eberle: „Der Mittelstand wird beim Thema Fernzugriff leicht unterschätzt, weil sich im Mittelstand sowoh die Pioniere als auch die Nachzügler finden. Kennzeichnend für die vielen Aktivitäten im Mittelstand ist, dass die Lösungen sehr nah am Kunden gemacht werden und in der breiten Öffentlichkeit kaum präsentiert werden.“

IT2I Blog: Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen durch vernetzte Produktionsanlagen und welche Optimierungsmöglichkeiten entstehen dadurch für die Wertschöpfungskette?

Dr. Eberle: „Auch wenn Industrie 4.0 und ähnliche Konzepte unsere Blicke viel weiter schweifen lassen, bietet  die Vernetzung von Produktionsanlagen Vorteile für die 3 Kernprozesse: Anlagen stellen ihre Betriebsdaten fortlaufend zentral zur Verfügung, zweitens melden sie ungewöhnliche Zustände direkt an den Service und drittens sitzen die Experten aus der Zentrale bei und bei Störungen oder der Inbetriebnahme virutell mitten in der Anlage. Hersteller, Betreiber und Service profitieren also von einer sehr guten Kenntnis der Anlage und können Service-Einsätze zustandsabhängig planen und im Fehlerfall Ausfallzeiten minimieren.“

IT2I Blog: Welche konkreten M2M-Lösungen bietet INSYS icom im Hinblick auf vernetzte Produktionsanlagen an?

Dr. Eberle: „Unser traditionelles Geschäft sind Router, also die Hardware, die direkte zwischen den Anlagen und öffentlichen Netzen (z.B. Mobilfunk und Internet) vermitteln. Diese Router können aber viel mehr: sie stellen die Verbindung zur Außenwelt herum und sind gleichzeitig Angelpunkt für die Sicherheit mit Firewall, Verschlüsselung, VPN und ereignisabhängigen Meldungen. Auf den Routern kann zusätzlich unsere Monitoring App laufen, die Anlagenteile wie Steuerungen oder Datenlogger überwacht und diese Daten auch aktiv an den Service oder Cloud-Plattformen melden kann. In vielen Netzen ist die Erreichbarkeit beschränkt: Anlagen in einem Fertigungsnetz oder im Mobilfunk sind genauso wenig erreichbar wie Ihr Büro-PC. Das ist für die Anwendung dann aber eigentlich „zu sicher“ und nutzlos. Mit dem INSYS Connectivity Service als VPN-Dienst schließen wir genau diese Lücke und verbinden Sicherheit und Erreichbarkeit ohne IT-Lasten für die Anwender.“

IT2I Blog: Herr Dr. Eberle, lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen. Wie weit wird die deutsche Industrie in 5 Jahren im Bereich IOT, Industrie 4.0 bzw. Digitalisierung sein?

Dr. Eberle: „Diese Begriffe sind für viele Anwender heute noch nicht alltäglich – aber tatsächlich sind sie mittendrin und erfolgreich. Die Konzepte hinter IoT und Industrie 4.0 unterscheiden sich, aber gemeinsam weisen sie den Weg, wie wir aus der Digitalisierung mehr Produktivität herausholen können. Vielleicht sehen wir nie „Industrie 4.0-Produkte“, aber wir bündeln unsere Anstrengungen durch diese Leuchttürme.“

IT2Industry Open Conference, Dienstag, 11. November 2015, 11 Uhr: Dr. Werner Eberle „Sichere Fernanbindung von Anlagen machen Sie Ihre Produktion fit für die Zukunft“ (Messe München, Halle B3).

Über Dr. Werner Eberle

Dr. Werner Eberle ist Senior Technical Consultant für die industrielle Datenkommunikation bei INSYS icom in Regensburg. Er hat an der Universität Regensburg in Physik promoviert und war danach in Vertrieb und Marketing für Sensorik und Telefonnetze tätig. Sein Schwerpunkt ist jetzt der sichere Datentransport über Mobilfunk- und Datennetze in der Automations- und Energiebranche.

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