Industrie 4.0 Studie: Einsatz und Herausforderungen in Unternehmen

Wo stehen deutsche Unternehmen im Hinblick auf Industrie 4.0? Unter dieser zentralen Fragestellung hat die Redaktion des Magazins „Computerwoche“ im IDG-Verlag Entscheider von Firmen in Deutschland im Frühjahr 2017 zu realisierbaren und wünschenswerten Optionen der Digitalisierung befragt und die Ergebnisse der Industrie 4.0 Studie kürzlich veröffentlicht. Wir beleuchten die Einsatzmöglichkeiten für Business Cases sowie Herausforderungen für Unternehmen, welche von den insgesamt 339 interviewten Teilnehmern genannt wurden.

Hinsichtlich möglicher Industrie 4.0 Business Case Szenarios äußerten sich die befragten Unternehmensverantwortlichen entlang der vorgegebenen Antworten in drei ähnlich stark vertretenen Dimensionen.

Mehr drei von zehn Befragten der Industrie 4.0 Studie sehen die Chancen für das Unternehmen in diesen Möglichkeiten –

  • Auftragsgesteuerte Produktion innerhalb der eigenen Firma – 32,7 Prozent
  • Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz – 31,3 Prozent
  • Lösungen zur Automatisierung bzw. Assistenzsysteme im Produktionsprozess – 31 Prozent
  • Connected World – Auftragsgesteuerte Produktion in einer vernetzten Welt – 30,7 Prozent

Bei etwas mehr als einem Viertel Anteil der Entscheider der Unternehmen liegen die folgenden Antworten in der nächsten Abstufung ähnlich nah beieinander:

  • Value-based Services bezogen auf eigene Werke oder Maschinen, etwa zur Erhöhung der Verfügbarkeit oder der Auslastung, Senkung der Betriebskosten – 27,7 Prozent
  • Wandlungsfähige Fabrik, das heisst schnelle automatisierte Anpassung von Produktionssystemen und Abläufen (zusammenfassbar unter Smart Factory)– 26,3 Prozent
  • Value-based Services für ausgelieferte Produkte durch Erhöhung der Verfügbarkeit, Senkung der Betriebskosten – 26,0 Prozent

Mit 2 von 10 Befragten, die Chancen in den folgenden Cases sehen, folgen diese Möglichkeiten vergleichsweise leicht nachgeordnet:

  • Adaptive Logistik – Erneuerung / Optimierung logistischer Prozesse – 20,6 Prozent
  • Transparenz und Wandlungsfähigkeit ausgelieferter Produkte, was zur Steigerung der Wertschöpfung durch Produktverbesserungen im Feld beitragen kann – 20,6 Prozent
  • Smart Engineering – eine kollaborative Produktentwicklung, optimalerweise in einer Cloud Computing-Infrastruktur, die gemeinsam genutzt wird – 19,2 Prozent

Alle übrigen Business Case-Möglichkeiten verteilen sich auf lediglich 2,4 Prozent.

Dazu der Tenor der Redaktion als Einschätzung der gegenwärtigen Situation über die Chancen:

Bislang hat sich noch kein herausragender Business Case für die Zukunft von Industrie 4.0 herauskristallisiert. Die möglichen Einsatzszenarien sind breit gestreut. 

Industrie 4.0 Studie IDG Business Cases
Quelle Schaubild: Computerwoche / IDG Verlag

In einer weiteren Fragestellung wurden die Unternehmensentscheider zu ihren Einschätzungen befragt, welches die größten organisatorischen Herausforderungen sind. Demnach steht an der Spitze aller Befragten klar eine Aussage:

  • Die Fähigkeiten (skills) der eigenen Mitarbeiter sind die wohl größte Hürde für Industrie 4.0 und dies für mehr zwei von zehn Befragten – 21,2 Prozent

Zum Vergleich:

  • Fehlende Skills bei externem Partnern, zum Beispiel Systemhäuser – 6,6 Prozent

Dazu schreibt die Computerwoche:

Überdurchschnittlich hoch ist der Wert hier beim Fachbereich Produktion […]. Mit den sieben Prozent zum fehlenden Know-how bei externen Partnern […] gilt die mangelnde Qualifikation der Mitarbeiter bei insgesamt 28 Prozent der Firmen als größte Hürde auf dem Weg zu Industrie 4.0.

Interessanterweise wird das Risiko einer mangelnden Akzeptanz unter den Usern, also solchen Mitarbeitern, die mit Industrie 4.0 betreffenden Aufgaben zu tun haben tatsächlich mit Null (Prozent) beziffert – im Vergleich zur Akzeptanz der User extern – 7,8 Prozent.

Gleich alle Herausforderungen zum Thema Veränderung und Reorganisation im Zuge von Industrie 4.0 werden in einer Verfolgergruppe genannt:

  • Umstrukturierung der Unternehmensorganisation in Bezug auf Industrie 4.0 – 17,9 Prozent
  • Problemfeld Schnittstelle IT und Produktion – 16,1 Prozent
  • Geschäftsprozesse im Unternehmen müssen verändert und angepasst werden – 15,8 Prozent

Die Aspekte des Aufbaus von entsprechendem Wissen im Unternehmen und Profitabilität des Einsatzes der Mittel für die Digitalisierung werden hingegen klar als nachgeordnet eingestuft:

  • Return on Investment (ROI) ist fraglich – 6,3 Prozent
  • Zu geringe Forschungsetats in den Industrie 4.0 relevanten Themen – 5,1 Prozent

 

Computerwoche: IDG-Studie Industrie 4.0: Industrie 4.0: Die IT-Abteilung gibt den Ton an
Quelle Schaubild: Computerwoche / IDG Verlag

– Die Industrie 4.0 Studie steht zum Download kostenpflichtig zur Verfügung.

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